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Reiten ist nur Draufsitzen. Stimmt! Im besten Fall ist es das. Doch auch richtig Sitzen will gelernt sein. Sportwissenschaftler und Fitnesscoach Marcel Andrä von DressurFit® zeigt zusammen mit Dressurreiterin Jessica Bredow-Werndl, wie Reiter mit drei einfachen Übungen mehr Sitzgefühl entwickeln.

Welche Muskeln nutzen wir beim Reiten?

Marcel Andrä: Das ist ein recht komplexes Thema. Ganz wichtig ist eine starke Mitte. Ausreichend Rumpfstabilität sorgt für einen ruhigen, stabilen und lockeren Sitz im Sattel. Oft hört ich von Reitern, dass sie „zu fest“ sind oder „zu viel Körperspannung haben“. Da ist es aber meistens so, dass die tiefe Rumpfmuskulatur nicht stark genug ist, und die Reiter sich dann festmachen müssen, um nicht vom Pferd zu fallen. Wer sich mit einem starken Rumpf und lockeren Hüftgelenken auf dem Pferd ausbalancieren kann, sitzt handunabhänging und muss sich nicht verspannen, klemmen oder festmachen. Das lässt sich effektiv trainieren.

Welche Rolle spielt die Balance beim Reiten?

Marcel Andrä: Eine sehr große! Das Pferd bewegt sich unter uns. Um all seine Bewegungs- und Richtungsänderungen stabil sitzen zu können, brauchen wir ein gutes Balancegefühl.
Außerdem reden wir beim Reiten ja viel davon, unser Pferd unterm Reiter in eine gute Balance zu bringen. Also weg von der Vorhand und gesetzt auf die Hinterhand in einer gesunden Selbsthaltung. Dafür ist es unbedingt wichtig, dass wir Reiter unsere Balance und unseren eigenen Schwerpunkt kontrollieren können.

Welche Muskeln nutzen wir beim ausbalancierten Sitz?

Marcel Andrä: Neben einem stabilen Rumpf geht es beim Reiten viel um Koordination und Feinmotorik. Außerdem brauchen wir genügend Beweglichkeit in der Hüfte, den Schultern und entlang der gesamten hinteren Muskelkette. Da sind viele Leute – vor allem durch zu vieles Sitzen z. B. am Schreibtisch – verkürzt. Außerdem möchten wir ja auf beiden Seiten möglichst gleich sitzen. Die meisten Menschen haben aber – wie die Pferde eben auch – ihre „natürliche Schiefe“ und muskuläre Dysbalancen. Die gilt es individuell auszugleichen.

Wie kann ich den Reitersitz beeinflussen?

Marcel Andrä: Reiten lernt man natürlich durch Reiten. Oft sehe ich allerdings, dass Reiter Schwierigkeiten haben, umzusetzen, was ihnen z. B. der Trainer oder Reitlehrer sagt. Durch gezieltes, funktionelles Training können sie am Boden die optimalen körperlichen Voraussetzungen für einen ruhigen, stabilen und lockeren Sitz im Sattel schaffen.

STANDWAAGE

Ziel:
Verbessert deine Balance und mobilisiert deine Hüfte sowie die Rückseite deiner Oberschenkel
Ausführung: 8 bis 10 Wiederholungen pro Seite

So geht’s:
Positioniere dich im Stand. Dein linkes Bein ist dein Standbein, es befindet sich unter deinem Körperschwerpunkt und ist leicht gebeugt.
Bei der freien Standwaage ist dein Oberkörper leicht nach vorne geneigt und deine Arme sind zur Seite gestreckt. Bewege nun deine Arme gestreckt nach vorne, so dass sich Arme und Oberkörper parallel zum Boden befinden. Löse gleichzeitig das rechte Bein vom Boden und beuge die Hüfte. Hebe das rechte Bein so weit an, dass es mit dem Rumpf eine Linie bildet. Anschließend richtest du den Oberkörper wieder auf, die Arme gehen gestreckt zur Seite und du winkelst dein rechtes Bein im 90 Grad Winkel vor dir an ohne es zwischendurch abzusetzen.

Acht- bis zehnmal wiederholen, dann die Seite wechseln. Wenn du möchtest, kannst du dich während der Standwaage mit deinen Händen bei gestreckten Armen auf einer BLACKROLL® oder einem stabilen Gegenstand abstützen.

WICHTIG:
Achte darauf, dass du dein „Spielbein“ nur so weit anhebst, dass du dein Becken noch parallel halten kannst, dein Kopf zwischen den Schultern bleibt, deine Arme gestreckt sind, deine Ferse am Boden bleibt, die Knie nicht über die Zehenspitzen nach vorne wandern und dein Blick immer geradeaus gerichtet ist. Außerdem solltest du mit dem Ausatmen die Position der Standwaage einnehmen und mit dem Einatmen in die Ausgangsposition zurückkehren.

TIPP:
Am Anfang ist es einfacher, wenn du dein Standbein etwas mehr beugst.
Ziel:
Verbessert deine dynamische Balance und mobilisiert deine Hüfte
Ausführung: 8 bis 10 Wiederholungen pro Seite

LEG CRADLE
So geht’s:
Beginne im aufrechten Stand. Hebe dein rechtes Bein leicht angewinkelt etwas an, neige deinen Oberkörper etwas nach vorn, strecke beide Arme nach vorne und gehe in die Hocke ohne den rechten Fuß abzusetzen. Anschließend richtest du dich auf und ziehst gleichzeitig dein rechtes Knie in Richtung Oberkörper, lege deine rechte Hand an dein Knie und deine linke Hand um deinen Knöchel und halte kurz diese Position, während du deinen rechten Gesäßbereich anspannst. Wiederhole diese Übung acht- bis zehnmal und wechsle dann die Seite.

TIPP:
Dein Standbein sollte gestreckt und deine Gesäßmuskulatur angespannt bleiben. Aufrecht stehenbleiben!


EINBEINSTAND MIT BWS-ROTATION
Ziel:
Verbessert deine Balance in der Bewegung
Ausführung: 8 bis 10 Wiederholungen pro Seite

So geht’s:
Starte im Stand, deine Beine sind geschlossen. Hebe nun dein Bein mit gewinkeltem Knie (90 Grad) an. Dein Standbein bleibt während der gesamten Übung gestreckt und stark. Du drückst deine Füße aktiv in den Boden. Halte die BLACKROLL® mit gestreckten Armen vor deinem Körper. Rotiere aus dem Oberkörper in Richtung des angewinkelten Beines und rotiere wieder zurück. Versuche dabei nicht die Balance zu verlieren. Wiederhole diese Übung acht- bis zehnmal und wechsle dann die Seite.

Mehr Infos über ein gezieltes Training für Reiter gibt es auf: https://www.aubenhausen-club.de/fitness/balance-das-a-und-o-im-sattel/